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In ihrem Buch stellt sie aktuellen Situationen jeweils bemerkenswerte Erlebnisse aus ihrer eigenen Teenie-Zeit gegenüber und reflektiert, in der ihr eigenen humorvollen Weise, entsprechende allgemeingesellschaftliche Entwicklungen. Im wahrsten Sinne des Wortes "betroffene Leser" erhalten eine Orientierungshilfe für das tägliche Survival im Teenie-Dschungel und erfahren, wie wichtig jederzeitige Souveränität und (nicht immer ganz freiwillig gemachte) Lebenserfahrungen sind, um die "Hirnumstrukturierungsphase" unserer Youngsters, zumindest halbwegs unbeschadet, überstehen zu können.
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Erkenntnis 3 Denn sie wissen nicht, was sie tun… Des Weiteren habe ich gelesen, dass Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben, warum unsere Teenager oft so komisch ticken: Es liegt an der Umstrukturierung ihres Gehirns, das während der Pubertät sozusagen eine Großbaustelle – und als Folge davon, nur begrenzt einsatzfähig ist. Der amerikanische Forscher McGivern und sein Team (ob das Zufall ist, dass sein Name fast genauso klingt, wie der unseres so erfindungsreichen Serienhelden der 80-er Jahre „Mc Gyver“?) haben dieses Phänomen ausführlich untersucht und ihre Ergebnisse jetzt vorgelegt: Früher hielten die Forscher die Verdrehtheit der Teenager für eine Folge der Hormonschübe. Heute allerdings weiß man, dass die Botenstoffe allein diese Wesensveränderungen nicht bewirken können. Und deshalb sind jetzt die Hirnforscher an der Reihe. Die stellten fest, dass sich während der Pubertät Teile der Großhirnrinde verändern und diese Veränderung vor allem im Stirnhirn, quasi dem Kontrollzentrum des Kopfes stattfindet, das für Emotionskontrolle und zielgerichtetes Handeln verantwortlich ist. Bedingt durch diese Umstrukturierung werden im Teenageralter also vor allem im Stirnhirn, etliche neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen geknüpft und Herr McGivern erklärt uns, dass die Pubertierenden dadurch viel von ihrer Fähigkeit, Gefühle und emotionale Szenarien einzuschätzen, verlieren. Die Folge davon sind Unsicherheit und Verwirrung und sie wirken dadurch oft gereizt und launisch. Ich frage mich, ob daher der Begriff: „Sie bieten einem die Stirn“ kommt und mir leuchtet das total ein, denn wenn ich z.B. an Hausaufgabensituationen mit meiner Tochter denke, kann ich nicht umhin ihre eingeschränkte Kontrollfähigkeit neidlos anzuerkennen. Ich denke in meiner Einfalt noch, dass alles in Ordnung ist während ich ihr die neuen Englischvokabeln diktiere, aber schon zwei Wörter später rastet sie, ohne jegliche Vorzeichen total aus, beschimpft mich wüst, als „die gemeinste aller Mütter“ und rennt heulend davon - während ich wie ein begossener Pudel, samt ihrem Englischbuch tief betroffen zurückbleibe. Einmal bin ich „die liebste Mami der Welt“ (meistens, wenn sie Recht bekommen hat) und 30 Sekunden später teilt sie mir mit, „dass ich ihr unbeschreiblich auf die Nerven gehe“. Oder, andere Situation. Sie erzählt mit mir am selben Tag bereits zum 5. Mal die gleiche Geschichte und ist dann tödlich beleidigt, wenn ich sie beim 6. Mal darauf hinweise, „dass ich die Story nun schon auswendig kann.“ Für sie scheinbar völlig überraschend: „Echt Mami – hab ich Dir das denn schon erzählt? Wirklich? Kann mich gar nicht erinnern!?“ Mich dagegen überrascht gar nichts mehr da ich jetzt weiß, dass alle ihre Aussetzer auf ein, noch nicht einwandfrei funktionierendes Stirnhirn zurückzuführen sind. Ich sollte wohl viel mehr Dinge in Zukunft rein wissenschaftlich angehen . Unsere ausgeklinkten, kleinen Zeitbomben können gar nichts dafür, denn sie wissen einfach nicht was sie tun! Ob diese Erklärung allerdings die Antwort auf alle meine durchwachten Nächte, in denen ich oft völlig irritiert nicht einschlafen kann darstellt, wage ich ernsthaft zu bezweifeln! Ich habe also jetzt dazugelernt. Ich werde unsere Teenager und in erster Linie besonders meinen eigenen, künftig mit ganz anderen Augen betrachten! Schließlich ist mit ihnen und ihren Marotten in keiner, wie auch immer auftretenden Situation, so umzugehen wie mit „Normalsterblichen“. Dagegen würden sie sich auch streng verwahren! Nein, ich sollte wohl künftig damit anfangen unseren Youngsters mit genau der milden Nachsicht zu begegnen, die ich auch jederzeit den Bewohnern eines Irrenhauses angedeihen ließe, falls ich in die Verlegenheit kommen sollte, eines Tages einmal dort zu verweilen. In diesem Fall hoffentlich nicht als Patient! Obwohl ich mich langsam frage, wie viele Teenagerelternwracks dort wohl dahinvegetieren? Wäre eventuell eine Recherche wert! Wenn mich dann irgendwann doch wieder die, so vielen Teenager-Müttern- und Vätern eigene Verzweiflung überkommen sollte, werde ich mich damit trösten, dass ca. 97,68% aller Adoleszenten im Laufe der Jahre auf den Boden der Realität zurückkehren und eines fernen Tages ein normales Leben führen werden. Die restlichen 1,32% dümpeln für die Dauer ihres gesamten Lebens in ihrer Randgruppe dahin und die verbleibenden 1% bewerben sich, bei „Deutschland-sucht-den-Superstar“. Wenn ich nur fest daran glaube, wird sich alles zum Guten wenden!
Leseprobe 2 Erklärung zu den AUG’s (absolut unüberbrückbare Gegensätze):
Welcome to the club! Meine bereits erkannten AUGs und ihre Auswirkungen Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie am besten andere betroffene Mitteenagereltern oder deren Ableger! Warnhinweis!! Achtung! Es könnte sein, dass Sie sich oder Ihre Kids in den nun folgenden AUGs wieder finden! Sie haben dann nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder Sie vergessen das Gelesene so schnell wie möglich wieder oder Sie werden den einen oder anderen Punkt verinnerlichen Die Entscheidung liebe Leser liegt ganz bei Ihnen! (Ich übernehme auch keinerlei Verantwortung. Darauf weise ich ausdrücklich hin!) Ach ja, Eines noch : Falls Ihnen die Anordnung der AUGs etwas willkürlich erscheinen mag, so möchte ich Ihnen mitteilen, dass nicht ich, sondern das Schicksal dafür verantwortlich zeichnet. Gott hat mich meinem persönlichen Reifegrad entsprechend, mit gewissen Dingen konfrontiert – ich frage mich bloß, warum er das ausgerechnet bei unseren Teenagern nicht genauso hält?!
Leseprobe3 Auszug aus AUG 4 Ordnung versus Kinderzimmer
Gegenwart Verdammt noch mal! Werden meine Kinder es wohl nie schaffen ihre Zimmer, wenigstens mal für einen halben Tag in Ordnung zu halten! Dieses Chaos macht mich irgendwann wahnsinnig! „Mamaaaa! Wo hast Du denn schon wieder meine Schuhe hingetan und die neue „Busted“-CD hast Du auch wieder irgendwo versteckt! Du bist so gemein!“ schallt eine Beschwerdetirade durchs Haus. Ich reagiere gelassen. Ich werde mich hüten und würde ich den Teufel tun und die Sachen meiner Kinder konfiszieren oder verräumen. Ich habe bereits dazugelernt! Nur manchmal noch, überkommt mich eine seltsame Anwandlung und ich bücke mich nach einer, auf dem Boden in der Garderobe liegengebliebenen Jacke und hänge sie schweigend an ihren Platz. Meistens dagegen rufe ich in so einem Fall, mit zuckersüßer Stimme durchs Haus. „Schatzilein! Komm ganz schnell! Du hast in der Garderobe etwas verloren!“ Gleich danach, kriecht ein wütender Teenager aus seinem Loch und feuert abschätzige Blicke in meine Richtung. Im Allgemeinen weisen die Zimmer von Teenagern eine große Verbundenheit der Bewohner, mit dem Umweltschutz auf. Hier findet sich keineswegs Restmüll. Wir sehen das einfach falsch! In den verschiedenen Ecken und Schränken stapeln sich Altpapier, Flaschen, Wäsche, CDs und was man sonst noch so braucht. Wäre das alles jetzt noch in die verschiedenen Bereiche aufgeteilt, wäre eh´ alles in Ordnung und fiele in die Kategorie „Mülltrennung“. An besonders guten Tagen, lasse ich mich überreden und helfe beim Aufräumen. Dann bin ich für wenige Stunden die „beste, liebste, freundlichste und hilfsbereiteste Mutter aller Zeiten“ und warte eigentlich nur noch auf den versprochenen Orden für meine Großherzigkeit. Meistens jedoch vergeblich! Das Interieur des Zimmers ist (wie früher auch) nach eigenem Geschmack ausgesucht und ansonsten vor lauter Postern, sowieso kaum zu erkennen. Grundsätzlich wäre es ein Leichtes, die Zimmer unserer Heranwachsenden cirka alle 6-8 Wochen umzugestalten. Denn genauso schnell ändert sich der Geschmack der Bewohner. Sofern man es sich leisten kann, geht man natürlich auch jederzeit gern, auf diese veränderten Bedürfnisse nach eigener Gestaltung ein und toleriert diese unstillbare Sehnsucht nach absolutem Wohlbefinden. Kleinere Wünsche zu erfüllen, ist ja auch nicht das Problem. Hier ein neuer Vorhang, da eine hübsche Salzkristalllampe oder kleine, bunte Kissen. Leider ist die Sache nicht immer so einfach und die Wunschliste bezieht sich, meist auch auf die größeren Einrichtungsgegenstände! Es soll da eine besonders verstockte Gattung von Eltern geben, die nicht bereit ist, alle paar Monate das komplette Interieur der Teenie-Zimmer auszutauschen und Betten, Schränke und Schreibtische immer wieder aufs Neue zu finanzieren! Als fadenscheinige Ausrede führen sie dann in stoischer Regelmäßigkeit, die leidige Auflistung von anfallenden Kosten für eine solche Aktion an. Und alles wiederum nur, um ihre Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung einschränken zu können. Pfui! Ich gebe Ihnen jetzt noch einen guten Rat, zum Abschluss dieser AUG mit auf den Weg: Üben Sie sich in Gelassenheit. Falls Sie jemand nach der Raumaufteilung Ihrer Wohnung fragen sollte, erwähnen Sie Wohnzimmer, Schlafzimmer, Esszimmer, Bäder usw…, aber sprechen Sie nicht über Kinderzimmer. Sollte Ihr Gesprächspartner, wohl wissend um die Anzahl Ihrer Kinder, doch explizit nach „Kinderzimmern“ fragen, dann antworten Sie ruhig: „Ach ja, solche hatten wir früher mal!“ – und gehen nicht weiter auf dieses Thema ein. Ihre Antwort entspricht in jeder Weise der Wahrheit. Lassen Sie sich nicht beirren. Früher befanden sich in Ihrem Haus, in der Tat ca. zwei Kinderzimmer. Die heute sich an dieser Stelle befindlichen Räumlichkeiten, gehören keineswegs zu Ihrem Haushalt! Lassen Sie sich nichts Gegenteiliges suggerieren! Sie haben damit nichts zu tun. Ihr Haushalt wird schließlich ordentlich geführt! Teenagerzimmer befinden sich, ab Eintritt in die Pubertät in einer Nebendimension und Sie haben deren Existenz zum jetzigen Zeitpunkt, bereits erfolgreich verdrängt. Ich hoffe es zumindest für Sie, weil Sie sich Ihr Leben und besonders Ihr, sowieso nicht unbedingt geliebtes Hausfrauendasein, dadurch extrem erleichtern. Zudem schonen Sie auf wohltuende Weise Ihr Nervenkostüm, was ja auch nicht unerheblich ist.. .Wenn es sich irgendwie machen lässt, dann vermeiden Sie tunlichst jeden Umstand der Sie zwingen könnte, das Zimmer Ihres Teenagers zu betreten. Machen Sie einen solch kapitalen Fehler nur im äußersten Notfall, z.B. wenn der Rest Ihres Haus bereits in Flammen stünde, würde ich ein Abweichen von dieser Regel, nicht wirklich verurteilen. Sie wollen ja schließlich nicht, dass Ihrem Teenie etwas zustößt. Sollte dieser oder ein ähnlich dringender Fall eintreten, dann öffnen Sie mutig die Tür (falls diese ausnahmsweise nicht von innen verbarrikadiert sein sollte) und versuchen dann, möglichst ohne über tausenderlei auf dem Boden verstreute Teenager-Utensilien zu stolpern, die nötige Hilfe zu leisten. Sehen Sie sich dabei auf keinem Fall näher in dem vor Ihnen ausgebreiteten Chaos um! Vergessen Sie schmutzige Wäsche, Bonbonpapier und zerlesene Bravohefte, die sich hier lustig stapeln. Ärgern Sie sich auch nicht, über zerrissene Bücher, obwohl Sie auf den sorgsamen Umgang damit, immer schon allergrößten Wert gelegt haben. Das ist jetzt alles nebensächlich. Für Erziehungsmaßnahmen haben Sie im Moment keine Zeit! Schließlich haben Sie sich ja nicht in die Höhle des Löwen gewagt um hier Ordnung zu machen, sondern um Ihr Kind zu retten. Halten Sie bitte ausschließlich danach Ausschau! Sie werden Ihren Halbstarken vermutlich samt dem Kopfhörer des neuen Discman, sich rhythmischen Zuckungen hingebend, irgendwo auf dem, mit CDs und Kuscheltieren übersäten Bett vorfinden. Dass das Haus inzwischen fast abgebrannt ist, die Feuerwehrsirenen das ganze Viertel in Aufregung versetzen und rundherum Panik ausgebrochen ist, würde er demzufolge, sowieso nicht bemerken. Fackeln Sie dann nicht lang – zerren Sie das widerstrebende Subjekt einfach wortlos in Richtung Haustür. Ihr Ableger wird zwar in keinster Weise begreifen, worum es Ihnen überhaupt geht, schließlich war er gerade in seine Musikwelt abgetaucht, aber er wird Sie und Ihre Handlungsweise später, nach längeren Erklärungsversuchen Ihrerseits, zumindest nicht verurteilen. Erwarten Sie aber keinen Dank! Schließlich sind Sie ungebeten in sein Territorium eingedrungen. Und das, obwohl er an seiner Zimmertür ausdrücklich, ein nicht zu übersehendes „Eintritt-verboten“, „Eltern unerwünscht“, oder ähnliches Schild dieser Art angebracht hatte. Ein solcher, wie oben beschriebener Extremfall ist einer der Gründe, warum ich mich immer geweigert habe, Schlüssel für das unbeschreibliche Zimmer herauszurücken. Schließlich wäre mein Notfallplan in einem solchen Fall, völlig für die Katz! Seien Sie nachsichtig! Manches wird sich wohl niemals ändern. Alles wie gehabt. Ordnung ist wohl wichtig – aber ungeheuer schwer zu erreichen. Ein schwacher Trost mag es sein, dass sich ein unordentlicher Teenie später nicht automatisch zum hoffnungslos, chaotischen „Messie“ weiterentwickeln wird, sondern sich das Blatt eventuell komplett wendet, sobald er eine eigene Wohnung hat. Leider werden Sie selber und Ihr Haushalt davon niemals profitieren. Fügen Sie sich also demütig in Ihr Schicksal, oder engagieren Sie einen Putzdienst, am besten 7x pro Woche. Aber überlegen Sie sich diesen Schritt gut, denn diese Entscheidung könnte unter Umständen, genau in das Lebenskonzept Ihres Teenies passen. Mein Sohn z.B. teilt sein monatliches Taschengeld immer schon im Vorfeld dahingehend ein, für wie viele Stunden er sich diesmal eine Putzfrau leisten kann: „…die Freiheit nehm’ ich mir!“ Man gönnt sich ja sonst nichts! Und jeder weitere Kommentar erübrigt sich. |